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Selten wurden Converse All Star Chucks mit so viel selbstverständlicher Eleganz getragen wie von Nicole Heesters (Foto: Public Address)
Selten wurden Converse All Star Chucks mit so viel selbstverständlicher Eleganz getragen wie von Nicole Heesters
(Foto: Public Address)


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Hamburger Kammerspiele
Renaissance-Theater Berlin
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veröffentlicht: 30.05.2007
Nicole Heesters im Interview  
Grande Dame in Turnschuhen
Ob als Margaret Thatcher, Schwiegermutter oder Opfer eines Klebstoffmörders - Nicole Heesters überzeugt (Foto: Public Address)
Ob als Margaret Thatcher, Schwiegermutter oder Opfer eines Klebstoffmörders - Nicole Heesters überzeugt
(Foto: Public Address)
Bei Nicole Heesters klingelt immer dann das Telefon, wenn die Rolle einer eigenständigen, starken Frau um die 60 zu besetzen ist. Die elanvolle Schauspielerin bestach bereits als unausstehliche Diva, die von einem rachsüchtigen Mörder mit todbringendem Klebstoff übergossen wurde ("Eva Blond – Das Buch der Beleidigungen") und imponierte als Margaret Thatcher im Doku-Drama "Deutschlandspiel" über die deutsche Wiedervereinigung. Als mutige Meinungsforscherin Vera Maxheimer brachte sie im "Tatort - Veras Waffen" sogar den sonst so müden Ermittler Palu auf Trapp.

Doch eigentlich ist die Tochter der Opernsängerin Louise Ghijs und des Entertainers Johannes Heesters Theaterschauspielerin. Zuletzt turnte sie als Salonlesbe Vita Sackville-West im Stück "Vita & Virginia" dermaßen einnehmend über die Bühne der Hamburger Kammerspiele, dass man sich fragte, wie ihr Barbara Nüsse als Virginia Wolf so lange widerstehen konnte. Für ihre darstellerische Leistung bekamen beide prompt den Rolf-Mares-Preis. Eine Faust-Preis-Nominierung erhielt Nicole Heesters für ihren Part als Honor in Joanna Murray-Smiths "In allen Ehren". Ab Oktober ist sie wieder in "Mutters Courage" zu sehen.

Um den leichten Fernsehfilm "Liebe ist das schönste Geschenk" zu bewerben, ließ die 70-Jährige kürzlich einen Foto- und Fragemarathon über sich ergehen. In der Komödie verkörpert sie eine lebenslustige Seniorin, die das Leben ihres Schwiegersohnes durcheinanderbringt. Die ARD sendet die Eigenproduktion am 22. Juni um 20.15 Uhr.

Nicole Heesters sieht nicht nur für ihr Alter unverschämt gut aus. Eine schwarze Strähne schlängelt sich über die Stirn, die hellwachen Augen blitzen und angesichts ihrer Körperspannung glaubt man sofort, dass ihr der Ruf zu Recht vorauseilt, bei Interviews zur Person mit dem Fragesteller ungnädig bis gnadenlos umzugehen. Im Unikosmos-Gespräch entpuppte sich die temperamentvolle Grande Dame dann aber vor allem als witzig und mitteilsam.

Als Mutter aller TV-Kommissarinnen, bezeichnet sich Nicole Heesters schmunzelnd selbst (Foto: Public Address)
Als Mutter aller TV-Kommissarinnen, bezeichnet sich Nicole Heesters schmunzelnd selbst
(Foto: Public Address)
Ich muss Sie nach Ihren Schuhen fragen. Ziemlich cool, dass Sie Chucks tragen. Ist das nicht recht ungewöhnlich?
Nicole Heesters: "Für mich nicht. Die sind doch sehr praktisch!"

Und sehr modern.
"Ich kann damit stundenlang gehen. Hohe Absätze finde ich etwas anstrengend. Kann ich nicht mehr so gut tragen."

Vor einigen Tagen wurde ein "Tatort" mit Ihnen wiederholt, im dritten Programm. Sie waren damals die erste weibliche "Tatort"-Ermittlerin. Haben Sie je bereut, dass Sie damals ausgestiegen sind?
"Nein, ich habe das ganz bewusst gemacht. Ich hätte es sicher bereut, wenn ich drin geblieben wäre. Ich wollte nicht als Frau Kommissarin Buchmüller angesprochen werden - und das stellte sich nach drei Sendungen bereits ein. Vor allem auf der Bühne möchte ich nicht mit der Kommissarin verglichen werden. Ich war wenigstens die Erste. Pionierzeit. Jetzt bin ich die Mutter von all diesen Kommissarinnen."

"Phantastisch, ganz wunderbar" findet Nicole Heesters Brad Pitt. Sollte es zum Gipfeltreffen in Hollywood kommen, hat sie versprochen, als erstes Unikosmos zu benachrichtigen (Foto: Public Address)
"Phantastisch, ganz wunderbar" findet Nicole Heesters Brad Pitt. Sollte es zum Gipfeltreffen in Hollywood kommen, hat sie versprochen, als erstes Unikosmos zu benachrichtigen
(Foto: Public Address)
Mal angenommen, Sie spielten in einer großen Hollywood-Produktion mit. Wen hätten Sie gerne als männlichen Co-Star?
"Oh, da gibt es einige. Ich finde den Depp sehr gut, ich finde Clooney sehr gut, ich finde De Niro ganz grandios. Dustin Hoffman. Mmh, da gibt es viele. Brando lebt ja leider nicht mehr... Das war ein Mythos, dieser Mann."

Wie steht es mit Brad Pitt?
"Phantastisch, ganz wunderbar. Wen haben wir noch, wen habe ich denn gerade jetzt gesehen? Genau: Da ist dieser junge, unauffällige Mann, der den Arzt in 'Der letzte König von Schottland' spielt (James McAvoy, Anm. d.A.). Der spielt sehr gut. Boah. Grausig-guter Film. Naja, Hollywood ist natürlich ein Traum und Träume soll man träumen und nicht real werden lassen..."

Aber Sie würden es schon machen, wenn man Sie fragen würde?
"Haha, natürlich würde ich es machen!"

Sie machen immer einen unheimlich souveränen Eindruck. Gibt es Situationen, in denen Sie auch mal unsicher sind?
"Ach Liebling, natürlich! Man kann doch nicht ständig souverän sein. Es gibt Momente, in denen man überhaupt nicht mehr weiß, wie es weitergeht, vor Situationen Angst hat. Wenn das Leben schwer ist...kämpft man. Scheinbar wirke ich souverän. Ich weiß nicht, warum ich so wirke. Ich habe ich mir da vielleicht was angewöhnt."



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