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"Weihnachten ist ein Fest der anderen"
Ab dem 24. Januar ist der der humorvolle 77-Jährige als Fischer im Jugendfilm "Die rote Zora" von Peter Kahane im Kino zu sehen. In dem Abenteuerstreifen nach dem Kinderbuch von Kurt Held agieren neben Adorf u.a. Ben Becker und Dominique Horwitz. Im Interview verrät Adorf uns seine schmerzhaften Weihnachtserinnerungen und erzählt, wie er das Fest heute feiert. Außerdem spricht der verschmitzte Star über seine Wünsche fürs neue Jahr, Meryl Streep und Nicole Kidman.
"Sicher gab es Zeiten, zu denen ich an den Weihnachtsmann geglaubt habe. Mit sechs oder sieben vielleicht. Oder noch früher: vier, fünf wahrscheinlich sogar. Ich habe zwar erkannt, wer dieser Weihnachtsmann war und dass es eigentlich jemand war, den ich kannte. Trotzdem habe ich irgendwie an den Weihnachtsmann geglaubt. Ich habe das nicht gleich abgelegt und gesagt 'Ich glaube nicht an den Weihnachtsmann, ich will damit nichts zu tun haben!'" Erinnern Sie sich an ein Geschenk, dass Sie zu Weihnachten bekommen haben, welches Ihnen besonders viel bedeutete? "Ich kann mich nicht an viele Geschenke erinnern. Eine schmerzhafte, aber doch wichtige Erinnerung war für mich, als mir meine Mutter ein paar Schaftstiefel schenkte. Die hatte sie beim Schuster für mich machen lassen. Die drückten und passten nicht. Deswegen musste ich bis nach Weihnachten warten, um sie überhaupt anziehen zu können, nachdem sie geweitet wurden." Sind Sie heute jemand, dem das Weihnachtsfest viel bedeutet? "Da müsst ich lügen, wenn ich jetzt 'ja' sagen würde. Für mich ist Weihnachten eher ein Fest der anderen, nicht mein Fest. Meine Frau und ich verbringen es schon seit vielen Jahren mit Freunden zusammen. Das war früher in Rom so, das ist heute in Paris so, vor zwei Jahren war es in München. Letzten Endes ist Weihnachten ein Fest, das mir nicht viel sagt. Man muss sehen, dass man zumindest eine kleine Schar von Freunden zusammenkriegt, die keine Kinder haben und sich zu Weihnachten ein schönes Essen erlauben möchten. Das ist für mich das Höchste der Gefühle." Haben Sie mit Ihren Freunden schon Rituale entwickelt? Kommt vielleicht immer das gleiche Gericht auf den Tisch? "Nein, überhaupt nicht. Es sind auch leider nicht immer die gleichen Freunde." Laut einer Umfrage gehören Sie zu den Menschen, zu denen die Deutschen am meisten Vertrauen haben. Sie sind der einzige Schauspieler, der es in die Top Ten geschafft hat. Wie erklären Sie sich das? "Das kann ich nicht erklären. Ich bin grundsätzlich skeptisch gegenüber dieser Art von Umfragen. Dass ich da so eine Stellung unter den ersten bekam, liegt vielleicht daran, dass ich mir eine gewisse Glaubhaftigkeit erspielt habe. Vielleicht denken die Leute dann, 'Wenn der Adorf was sagt, dann ist da schon was dran.' Es kann entweder sein, dass man meinem Spiel als Schauspieler glaubt oder eben als Privatmann. Ich weiß es nicht, aber ich messe dem auch keine große Bedeutung bei." Mit welcher Hollywoodschauspielerin würden Sie am liebsten einmal zusammen drehen? "Ich hege nicht wirklich diesen Wunsch. Ich würde es weder Meryl Streep, Diane Keaton oder Nicole Kidman zumuten wollen, mit mir zu arbeiten." Was machen Sie mit den zahlreichen Preisen und Auszeichnungen, die Sie im Laufe der Zeit erhalten haben? "Ein paar stehen in München, aber der Großteil steht in einem Museum in meiner Heimatstadt, Mayen in der Eifel. Es ist schon eine ganze Menge geworden und ich wollte sie gar nicht mehr alle zuhause haben."
"Ich freue mich immer, wenn ich einen Preis bekomme. Es wäre falsch, zu sagen, mir seien Preise wurscht. Es kommt natürlich darauf an, wie verdient der Preis ist. Oder ob er für mich persönlich eine Bedeutung hat. Da gibt es große Unterschiede." Was ist Ihr persönlicher Wunsch für das neue Jahr? "Über die eine oder andere Rolle, von der man jetzt noch nicht sprechen kann, würde ich mich natürlich sehr freuen, aber eigentlich ist es mir wichtiger, gesund zu bleiben. Wenn mir das gelingt, wäre es schon ganz schön." Bemühen Sie sich sehr um Ihre Gesundheit? "Bemühen nicht, aber ein bisschen Acht gebe ich schon. Ich betreibe keinen Raubmord an meiner Gesundheit. Ich achte darauf, was ich mir in meinem Alter zumuten kann und was ich nicht tun sollte." Was würden Sie zum Beispiel nicht tun? "Ich versuche, maßvoll zu leben. Das bedeutet, dass ich auf eine gesunde Ernährung achte, ohne ein Kalorienzähler zu sein. Und ich freue mich darüber, dass ich Nichtraucher bin. Ich versuche, relativ gesund zu leben, damit es noch ein bisschen weiter geht. Ich wünsche mir, dass meine Gesundheit so ist, dass ich noch weiter arbeiten kann, und die Schwierigkeiten, die irgendwann im Alter kommen, noch etwas warten." Von allen Seiten hört man, sie seien stets freundlich und gut gelaunt. Haben Sie eine Erklärung für diesen schmeichelhaften Ruf? Sie könnten sich ja auch ganz anders verhalten. "Aber dann müsste ich mich anstrengen. Brecht hat mal gesagt: 'Wie anstrengend es ist, böse zu sein.' Diese Anstrengung möchte ich mir ersparen (lächelt)." (Heike Kevenhörster) |
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